Demenzfrüherkennung im Quartier: Niederschwellige Screeningtage in Kooperation mit der Forschung

Ausgangssituation
Demenzerkrankungen werden laut „digiDEM Bayern“ oft zu spät diagnostiziert, was die Behandlungsmöglichkeiten einschränkt. Um dem entgegenzuwirken, hat das Projekt „Zusammen im Quartier“ (Standorte Altenkunstadt, Bad Staffelstein und Ebensfeld) das bayernweite digitale Demenzregister als Kooperationspartner gewonnen, um das wissenschaftliche Screening-Angebot lokal verfügbar zu machen.
Zielsetzung
Hauptziel ist es, Menschen ab ca. 63 Jahren eine kostenlose und anonyme Überprüfung ihrer Gedächtnisleistung zu ermöglichen. Der identifizierte Handlungsbedarf liegt in der Schaffung von Klarheit für Betroffene und Angehörige sowie in der Enttabuisierung des Themas Demenz im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche.
Maßnahmen
Die Quartiersarbeit übernahm die gesamte lokale Organisation: Absprache mit der Forschungspartnerin, Auswahl und Bereitstellung geeigneter Orte (z. B. Feuerwehrhaus Ebensfeld), intensive Öffentlichkeitsarbeit über Presse und Aushänge sowie das Terminmanagement. Während der Screeningtage wurden die Teilnehmenden betreut und mit ergänzendem Informationsmaterial zum Thema Demenz versorgt.
Wirkung
Insgesamt 60 Personen nahmen das Angebot an fünf Screening-Tagen wahr. Das Projekt leistete einen wichtigen Beitrag zur Demenzforschung und stärkte die Rolle des Quartiersprojekts als zentrale Anlaufstelle. Betroffene erhielten eine fundierte Empfehlung, ob eine weiterführende ärztliche Abklärung ratsam ist, was die Versorgungssituation im Quartier nachhaltig verbessert.
Ressourcen
Für die Teilnehmenden und den Standort entstanden keine finanziellen Kosten. Der zeitliche Aufwand für die Quartiersmitarbeiterinnen betrug ca. 12 Stunden (5 Stunden Organisation, 7 Stunden Durchführung am Screeningtag).